Spieltag 5: Raiders Tirol (23) – Frankfurt Galaxy (17)

Mit der dritten Saisonniederlage kehren die Frankfurter aus Innsbruck zurück.

 

Zu viele individuelle Fehler beim 17:23 (0:0;7:14/7:3;3:6) ermöglichen Tirol den wichtigen Sieg in der European League of Football (ELF)

Niedergeschlagen saßen sie da, die lilalen Spieler der Frankfurt Galaxy, schauten ihren feiernden Gegenspielern zu, die sich den Fans im heimischen Tivoli-Stadion zur Ehrenrunde stellten.

 

60 spannende Minuten hatten bei über 30 Grad Celsius ihren Tribut von beiden Teams gefordert, aber nur die Österreicher hatten Grund zum Feiern.

 

Das erste Viertel begann verhalten, die defensiven Reihen beider Teams machten einen guten Job, verteidigten aufmerksam ihre Gefilde, während nach vorne die Devise „Bloß keinen Fehler machen“ auf der Stirn der Akteure zu lesen war.

 

Im zweiten Abschnitt hatte Galaxy den besseren Start, als Cheikhou Sow den präzisen Pass von Quarterback Jakeb Sullivan zum ersten Touchdown erlief, Ryan Rimmler den Zusatzpunkt zum 7:0 verwandelte.

 

Tirol nur wenig geschockt, deren Duo Sean Shelton (QB) und Tobias Bonatti (RB) übernahm das Kommando, während Galaxy zum Laufspiel der Gastgeber wenig einfiel. Der Ausgleich war die logische Konsequenz und nicht einmal unverdient. Die letzten beiden Minuten aus Halbzeit eins sollten für das spätere Resultat entscheidend werden, als zunächst Shelton ein Fehlpass unterlief, die Interception durch Fernando Lowery gelang. Doch die Gunst der Stunde wusste das Team von Headcoach Thomas Kösling nicht zu nutzen, Galaxy-Spielmacher Sullivan machte es im direkten Gegenzug auch nicht besser, sein Ball landete in den Armen eines glücklichen Raiders. Als sich auch noch Joshua Poznanski am Fuß verletzte, man ihm vom Feld begleiten musste, war Frankfurt desorientiert, hatte plötzlich zwölf Mann in weiß auf dem Spielfeld. Die individuelle folgenschwere Fehlerkette fand mit dem Touchdown für Tirol ein Ende, mit dem es auch in die Kabine ging. Auch Galaxy-Neuzugang auf der Wide Receiver-Position, US-Boy Reese Horn, hatte in den ersten 30 Minuten eher unglückliche Szenen, war für seine Farben noch nicht die erhoffte Verstärkung.

 

Die zweite Hälfte sah zunächst „Raiders on the storm“, die per Fieldgoal ihren Vorsprung ausbauten. Jetzt taute auch Horn so richtig auf, sein Fang (PAT Rimmler) ließ neue Hoffnungen der Men-in-Purple für den letzten Abschnitt aufkommen.

 

Dem war nicht so, da sich auf Seiten der Gäste viele kleine Fehler zu manch großem entwickelten, die Tirol zu weiteren sechs Punkten nutzte. Rimmler verbuchte ein erneutes Fieldgoal zum späteren Endstand von 17:23, konnte die Partie aber auch nicht mehr in die richtige Richtung drehen.

 

Fazit: Mit der gezeigten Leistung, den Fehlerquellen sowohl im Angriff als auch Abwehr wird ein Erreichen des zweiten Platzes in der Division schwer machbar sein, nachdem Galaxy heute mit den Raiders die Plätze im Ranking tauschte, die Tiroler nun von Rang zwei grüßen.

 

Der Traum vom Erreichen der Playoffs bzw. der Titelverteidigung könnte heute schon früh geplatzt sein, selbst bei möglichen sieben Siegen aus den noch ausstehenden sieben Partien in dieser so starken Gruppe.

 

Der Cheftrainer würdigte dann auch den guten Kampf seiner Spieler bei einer Begegnung auf Augenhöhe, bedauerte aber „dass wir die Chance, mit dem letzten Spielzug die Partie noch zu gewinnen, nicht nutzen konnten. Durch die vielen ungezwungenen Fehler hat es am Ende nicht gereicht.“

 

Die nächste Partie sieht Frankfurt Galaxy am kommenden Sonntag in Stuttgart als Gast der dortigen Surge.

 

 

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